Sozial KI in der Presse (Heilbronner Stimme): "Wir wollen mehr Zeit für Menschen schaffen!"

Philipp Engelsberg, Theodor Schöwitz, Niclas Höhl • 6. April 2026

 Startup mit Ursprüngen in Heilbronn kombiniert KI und Soziale Arbeit

Wir freuen uns sehr, dass die Heilbronner Stimme vor kurzem über uns berichtet hat. Dennis Frank hat uns zum ausführlichen Interview getroffen, in dem wir über unsere Motivation, die Technik hinter SoKI und unsere Vision für die Soziale Arbeit sprechen konnten. 

Wie alles begann

Im Interview erzählen wir, wie Sozial KI entstanden ist: Wir drei studieren gemeinsam an der DHBW CAS in Heilbronn den Master „Digitalisierung in der Sozialen Arbeit". Im Rahmen einer Studienaufgabe sollten wir ein digitales Geschäftsmodell für die Sozialwirtschaft entwickeln - und kamen unabhängig voneinander auf die gleiche Grundidee. Daraus wurde schnell ein gemeinsames Gründungsprojekt.

Was SoKI leistet

Ein zentrales Thema des Gesprächs war die Frage, was SoKI eigentlich konkret tut. Wir beschreiben, wie unsere Plattform Fachkräfte bei alltäglichen Schreib- und Dokumentationsaufgaben unterstützt - etwa bei der Falldokumentation, bei Übersetzungen oder bei der fachsprachlichen Formulierung von Berichten. Das Ziel dahinter: den bürokratischen Aufwand spürbar zu reduzieren, damit wieder mehr Zeit für die eigentliche Arbeit mit den Klientinnen und Klienten bleibt.


Unser Leitsatz: Entlasten, nicht ersetzen. Wir wollen mehr Zeit für Menschen schaffen.

Datenschutz, Fairness und Verantwortung

Ein großer Teil des Interviews dreht sich um unseren Umgang mit sensiblen Daten und den ethischen Herausforderungen von KI. Wir erklären, warum wir ausschließlich mit europäischen Partnern arbeiten und Anbieter, die unter Regelungen wie den US Cloud Act fallen, bewusst ausschließen. Kontrolle über Speicherort, Verarbeitung und Löschfristen ist für uns nicht verhandelbar. Gleichzeitig sprechen wir offen darüber, dass kein großes Sprachmodell frei von Verzerrungen ist - und wie wir unsere Systeme gezielt auf Bias testen. Gerade in der Arbeit mit vulnerablen Gruppen ist es entscheidend, mögliche Vorurteile sichtbar zu machen und gemeinsam mit den Einrichtungen zu reflektieren. Im Artikel geben wir dazu ein konkretes Beispiel.

Der Weg in die Praxis

Abschließend sprechen wir im Interview darüber, wie die Einführung von SoKI in Einrichtungen abläuft - von der schnellen Bereitstellung grundlegender Funktionen bis hin zu individuell angepassten Lösungen - und wie wir Kunden dabei mit Beratung und Schulung begleiten. Außerdem erklären wir, warum SoKI für uns mehr ist als ein Startup-Projekt – nämlich eine langfristige Verpflichtung gegenüber dem Feld, aus dem wir selbst kommen.


Neugierig geworden?

Das vollständige Interview mit allen Details findet ihr hier bei der Heilbronner Stimme.

von Philipp Engelsberg 22. Februar 2026
Warum KI ohne funktionierende IT-Strukturen in der Sozialen Arbeit nicht entlastet. Ein Fachbeitrag zu Digitalisierung, Kompetenzaufbau und digitaler Souveränität.
Spielecontroller verbunden mit dem SoKI-Logo
von Theodor Schöwitz 29. Dezember 2025
Gamifizierung nutzt spielerische Elemente, um die Motivation für Aufgaben zu steigern, die im Alltag oft als langweilig, anstrengend oder wenig attraktiv empfunden werden. Durch Belohnungssysteme, interaktive Szenarien oder narrative Strukturen können auch komplexe oder unangenehme Tätigkeiten ansprechender gestaltet werden. Ein ungewöhnliches, aber eindrucksvolles Beispiel ist der Dating-Simulator „Tax Heaven 3000“ des Spielestudios MSCHF. Hier wird die Erstellung einer US-Steuererklärung in ein romantisches Spiel integriert: Ein virtueller Partner stellt im Rahmen einer Liebesgeschichte immer persönlichere Fragen - darunter auch solche zu finanziellen Verhältnissen, die für die Steuererklärung relevant sind. Obwohl das Spiel ein kreatives Paradebeispiel für Gamification (Gamifizierung) ist, steht es in der Kritik, da es klischeehafte und sexualisierte Darstellungen weiblicher Figuren reproduziert und damit problematische Rollenbilder verstärkt.
Die Werte von Sozial KI
von Theodor Schöwitz 8. Dezember 2025
Die Idee zu Sozial-KI entstand im Sommer 2024 im Rahmen des Studiengangs „Digitalisierung in der Sozialen Arbeit“ an der DHBW CAS in Heilbronn. Während der Vorlesungen wurde zunehmend klar, dass Sprachmodelle das Potenzial haben, das Sozialwesen grundlegend zu verändern. Ein großer Teil der Arbeitszeit in diesem Bereich besteht aus schriftlichen Tätigkeiten - von Falldokumentationen und Berichten bis hin zur Korrespondenz mit Klient:innen und Kooperationspartner:innen. Sprachmodelle können solche Aufgaben teilweise übernehmen und damit Fachkräfte entlasten, sodass mehr Zeit für die direkte Interaktion mit den Klient:innen bleibt. Erste Tests mit anonymisierten Beispielen aus der Praxis bestätigten diese Annahme: KI-Modelle wie ChatGPT eignen sich tatsächlich, um zeitaufwendige Schreibarbeiten vorbereitend zu unterstützen. Allerdings stellten sich schnell zentrale Probleme heraus - der sichere Umgang mit hochsensiblen Sozialdaten sowie die Verarbeitung von tabuisierten Inhalten wie Gewalt und Sexualität. Die gängigen KI-Lösungen großer US-Anbieter kamen aufgrund von Datenschutzbedenken nicht infrage, und bestehende Alternativen boten entweder unzureichenden Schutz oder zu wenig Funktionalität für den produktiven Einsatz. Da keine passende Lösung auf dem Markt verfügbar war, die sowohl den besonderen Anforderungen des Sozialwesens als auch den hohen Standards an Datensouveränität gerecht wurde, beschlossen wir, selbst einen Prototypen zu entwickeln. Dabei flossen von Anfang an ethische und technische Ansätze ein, die Datensicherheit, Unabhängigkeit und die spezifischen Bedürfnisse sozialer Einrichtungen berücksichtigen. Unser Ziel war es, eine Lösung zu schaffen, die nicht nur funktional, sondern auch werteorientiert ist - ganz im Sinne der Prinzipien, die uns im Studium vermittelt wurden .
Fähigkeiten von AI / KI Systemen Infographic
von Theodor Schöwitz 5. November 2025
Eine beispielhafte Erkundung von für soziale Arbeitsfelder relevante KI-Fähigkeiten
Grafik zu DSGVO und US Cloud Act Risiken bei KI-Nutzung in der Sozialen Arbeit
von Niclas Höhl 22. Oktober 2025
Sozialwirtschaftliche Organisationen, die Künstliche Intelligenz in ihre Arbeitsprozesse integrieren möchten, stehen häufig vor der Frage, ob und wie diese Technologie datenschutzkonform eingesetzt werden kann. Gerade im sozialen Bereich werden besonders sensible personenbezogene Daten von Schutzbefohlenen verarbeitet. Solche Informationen erfordern einen besonders sorgfältigen Umgang. Für soziale Träger hat der Schutz dieser Daten höchste Priorität – sowohl aus ethischer Verantwortung als auch wegen der möglichen Sanktionen bei Datenschutzverstößen. Hohe Sicherheits- und Datenschutzstandards sind daher unverzichtbar, um die Anforderungen der EU-Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) zu erfüllen. Ein Risiko, das vielen Organisationen bislang kaum bewusst ist, ist der Einfluss des US CLOUD Act. Dieses Gesetz kann selbst dann Auswirkungen auf den Datenschutz haben, wenn Daten ausschließlich auf europäischen Servern gespeichert werden.