KI-Modell-Routing für soziale Einrichtungen: Mit Modellpseudonymen die passenden Sprachmodelle wählen
KI-Modell-Routing für soziale Einrichtungen: Mit Modellpseudonymen die passenden Sprachmodelle wählen
Der KI-Modellmarkt verändert sich schneller, als der Alltag in sozialen Einrichtungen es abbilden kann
In kurzen Abständen erscheinen neue Sprachmodelle: Mistral, Hermes, GLM, Kimi, DeepSeek, Qwen und weitere. Jedes Modell hat eigene Stärken, Schwächen und Einsatzschwerpunkte. Für Forschungs- und Entwicklungsabteilungen ist diese Dynamik faszinierend. Für soziale Einrichtungen, die KI-Assistenzsysteme im Produktivbetrieb haben, führt sie in der Praxis vor allem zu einem zusätzlichen organisatorischen Aufwand.
Mitarbeitende in Beratungsstellen, in der Jugendhilfe oder anderen sozialen Organisationen haben in der Regel weder die Zeit noch den fachlichen Auftrag, kontinuierlich Modell-Benchmarks zu vergleichen. Für die KI-Beauftragte vor Ort stellen sich trotzdem fortlaufende Fragen in der Modellauswahl beim Aufbau von KI-Assistenzen je nach Anwendungsfall:
- Welches Modell formuliert oder korrigiert deutschsprachige Texte am zuverlässigsten?
- Welches Modell eignet sich für die Analyse von Gesprächen oder Fallakten?
- Welches Modell halluziniert am wenigsten und hält sich eng an bereitgestellte Inhalte?
- Welches Modell führt Tools wie die Erstellung von Word- oder Excel-Dateien zuverlässig aus?
- Welches Modell kann angemessen mit sensiblen Inhalten wie Gewalt oder Sexualität umgehen?
- Welches Modell arbeitet besonders ressourcenschonend?
Diese Fragen sind technischer Natur, haben aber direkte Auswirkungen auf die fachliche Arbeit. Eine ungeeignete Modellwahl führt im Ergebnis zu Ausgaben, die hinter dem Möglichen zurückbleiben.
Warum wir unseren Ansatz weiterentwickeln
Bisher haben wir in SoKI die jeweils unter unseren strengen Datenschutzvorgaben aktuell verfügbaren Modelle unter ihren Originalnamen zur Verfügung gestellt. Das war für technisch interessierte Nutzer:innen transparent, hat in der Praxis aber dazu geführt, dass die Verantwortung für die Modellauswahl bei den Einrichtungen selbst lag - und damit auch der laufende Aufwand, neue Modelle zu bewerten, Empfehlungen für Kolleg:innen zu pflegen und auf Veränderungen im Modellmarkt zu reagieren.
In Gesprächen mit Einrichtungen und in der täglichen Nutzungsbeobachtung haben wir gesehen, dass dieser Aufwand für viele Träger schwer zu leisten ist. Gleichzeitig ist die fachlich passende Modellwahl entscheidend für die Qualität der Ergebnisse. Aus dieser Beobachtung heraus haben wir unseren Ansatz in der Bereitstellung von KI-Modellen angepasst.
Modellpseudonyme: Auswahl nach Aufgabe
Mit dem neuen Feature wählen KI-Beauftragte sozialer Einrichtungen in SoKI keine konkreten Modellnamen mehr aus, sondern Kategorien, die sich am tatsächlichen Anwendungsfall orientieren - sogenannte Modellpseudonyme:
Standard — Solider Allrounder für die meisten Aufgaben, besonders leistungsfähig bei deutsch- und europäischsprachigen Inhalten
Emotionale Intelligenz — für Analysen von Gesprächen oder Fallverläufen
Nachdenken & Schlussfolgern — für komplexe Analysen und Erarbeitung von Zusammenhängen
Weniger Zensur — für Themen, bei denen Standardmodelle übervorsichtig reagieren
Niedrige Halluzination — für Aufgaben, bei denen Genauigkeit und Nähe zu den bereitgestellten Materialien zählt
Coding & Logik — für strukturierte und technische Aufgaben sowie die Ausführung von Tools
Umweltfreundlich
— für ressourcenschonenden Einsatz
SoKI ordnet jeder Kategorie im Hintergrund das aus unserer Sicht am besten geeignete Modell aus unserem Modell-Pool zu - aktuell unter anderem Mistral, GLM, Kimi, DeepSeek, Llama, Hermes, Qwen und GPT-OSS. Verändert sich der Modellmarkt, passen wir die Zuordnung an, ohne dass Einrichtungen ihre Workflows anpassen müssen.
Was sich für Einrichtungen konkret ändert
Modellpseudonyme reduzieren die Komplexität in der täglichen Nutzung, sie verbergen aber nichts. Welches konkrete Modell aktuell hinter welcher Kategorie steht, können KI-Beauftragte bei Interesse jederzeit einsehen. Einrichtungen, die einzelne Modelle weiterhin gezielt ansprechen möchten, können dies ebenfalls weiterhin tun. Der Standardweg ist die Auswahl über Pseudonyme; die direkte Modellauswahl bleibt als Option erhalten.
Auswahl nach Aufgabe statt nach Anbieter. Mitarbeitende wählen die Kategorie, die zur Aufgabe passt. Die Zuordnung zum jeweiligen Modell übernimmt SoKI.
Stabilität bei wechselnder Modelllandschaft. Wird ein Modell durch ein besseres ersetzt, geschieht das im Hintergrund. Schulungen, interne Leitfäden und etablierte Routinen müssen nicht angepasst werden.
Geringerer Einarbeitungsaufwand. Neue Mitarbeitende benötigen kein Vorwissen über einzelne Modellnamen, um produktiv mit dem Aufbau von KI-Assistenzsystemen zu starten.
Datenschutz bleibt unverändert. Unabhängig vom eingesetzten Modell gelten unsere Grundprinzipien weiter: keine US-Anbieter, Null-Datenspeicherung, EU-Souveränität, DSGVO-Konformität.
Einrichtungen befähigen, ohne sie durch Komplexität zu belasten
Mit Modellpseudonymen entkoppeln wir die fachliche Nutzung von KI von der technischen Modellauswahl. Soziale Einrichtungen sollen mit SoKI fortlaufend handlungsfähig sein, ohne den Modellmarkt selbst kuratieren zu müssen. Die Beobachtung und Bewertung neuer Modelle übernehmen wir - die fachliche Anwendung bleibt bei den Einrichtungen.
Das neue Feature ist ab sofort in allen SoKI-Instanzen verfügbar. Bestehende Konfigurationen werden automatisch auf die neuen Pseudonyme migriert. Bei Fragen können sich KI-Beauftragte gerne an soki@sozial-ki.de oder direkt an ihren persönlichen Ansprechpartner wenden.






